Naturheilpraxis Heike Vespermann

Schröpfen / Schröpfkopfmassage

Die Kraft der Gläser und des Vakuums


Das Schröpfen ist eine der ältesten Behandlungsformen überhaupt. Es ist noch älter als der Aderlass oder die Blutegelbehandlung und gehörte bereits in der Antike zu den gängigen Heilmethoden. Die ersten belegbaren Hinweise finden sich ca. 3300 v. Chr. auf Ärztesiegeln, die in Mesopotamien gefunden wurden. Im antiken Griechenland war das Schröpfen sogar so geschätzt, dass der Schröpfkopf das Emblem des Arztes war. Im Mittelalter galt das blutige Schröpfen als "unärztlich" und wurde nur noch von Badern und Steinschneidern durchgeführt. Durch Missbrauch gelangte das Schröpfen dann in Verruf und wurde nur noch von Laien durchgeführt. Erst der Arzt Bernhard Aschner (1889 - 1960) entdeckte dieses Ab- und Ausleitungsverfahren neu und setzte es erfolgreich in seiner Praxis ein.

Früher wurde mit Bambusrohren, Kuhhörnern und anderen hohlen Gegenständen geschröpft, in der heutigen Zeit wird die Schröpftherapie mit Gläsern durchgeführt. Bei der Behandlung werden das trockene Schröpfen, das blutige Schröpfen und die Schröpfkopfmassage von einander unterschieden.

Unter Vakuum stehende Schröpfgläser werden auf die Haut gesetzt, dabei wird durch das Vakuum eine Saugwirkung auf das darunter liegende Gewebe ausgeübt. Die Gläser bleiben etwa 10 bis 20 Minuten auf der Haut bis ein leichter Bluterguss entstanden ist. Beim blutigen Schröpfen wird die Haut vorher leicht angeritzt, so dass sich die Gläser mit Blut füllen. Bei der Schröpfkopfmassage wird ein Glas auf die vorher eingeölte Haut aufgesetzt und einige Minuten über die Haut massiert, bis diese sich rötlich-bläulich verfärbt.

Das Gewebe wird bei der Behandlung stark durchblutet, Verspannungen lösen sich und die Stoffwechsellage wird nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig verbessert. Das Schröpfen wirkt hierbei nicht nur lokal auf das Bindegewebe und die Muskulatur, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf den Ernährungszustand der Knorpelmasse in den Gelenken. Des Weiteren werden über die Reflexzonen des Rückens die inneren Organe angesprochen, so dass der gesamte Stoffwechsel des Organismus angeregt wird.

Anwendung findet das Schröpfen bei allen akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie z. B. Rücken- und Nackenschmerzen, Gelenk-, Muskel- und Nervenschmerzen, Verspannungen, Rheuma und Bandscheibenbeschwerden.

Aber auch Beschwerden der inneren Organe können gezielt gelindert werden. Dazu gehören Störungen in der Blutdruckregulation, Menstruationsbeschwerden, Nierenprobleme, Galle- und Leberbeschwerden, Spannungskopfschmerz und Migräne, Schwindel und Tinnitus.